„Ich will, dass sie, wenn sie an mich denken, an Liebe denken. Alles andere ist mir scheißegal.“
Der biologische Code
Thomas Kamenar, 39, Moderator, Medienmacher Kochbuchautor und sich selbst laufend Neuerfinder, wurde mit 36 zum ersten Mal Vater.
„Ich habe den biologischen Code geknackt und mache jetzt genau das, wofür ich eigentlich da bin“.
Nicht zu früh, findet er. Er hatte vorher alles erlebt, was man als junger Mensch erleben kann. „Ich habe nicht das Gefühl, dass ich irgendwas verpasst habe.“ Als dann die Nachricht kam, dass Petra schwanger ist, war er bereit für das nächste Kapitel.



Jetzt sind wir komplett
Heute hat er zwei Kinder, knapp hintereinander. Emilia ist drei, Jakob wird bald zwei. „Wir haben den Wickeltisch einfach stehen lassen“, sagt er pragmatisch.
Als Jakob zur Welt kam, wusste Thomas sofort: Jetzt sind wir komplett. „Der hat die Familie Kamenar einfach zur Familie gemacht, die ich immer haben wollte.“
Bei der Geburt hat er sein Kind direkt auf die Brust gelegt. „Da lag dieser blutverschmierte Jakob auf meiner Brust und wir haben uns angeschaut und beide dasselbe gedacht.“
„Meine Kinder sollen nicht glauben, dass ich die absolute Wahrheit gefressen habe. Weil das habe ich nicht. Ich mache genauso Fehler – und meine Kinder sollen merken, dass mir Fehler manchmal leid tun.“
Final Destination Fantasien
Mit den Kindern kam auch die Angst. „Final Destination Fantasien“. plötzliche Vorstellungen, was alles passieren könnte.
Die offene Garagentür, das Planschbecken mit vier Zentimetern Wasser. Die Welt ist plötzlich voll mit Gefahrenquellen die vorher keine waren. „Heute hatte ich zwei Todesfantasien bezüglich meiner Kinder“, gibt er zu.
Und er denkt mehr über die eigene Sterblichkeit nach. „Wenn du Zeuge bist, wie jemand so schön auf die Welt kommt, dann kommt eine gewisse Angst davor, was passiert, wenn jemand, den du so liebst, von der Welt geht.“
„Man befasst sich immer mehr, wenn man wirklich Kinder hat, mit dem eigenen Tod. Und das ist etwas, von dem ich hoffe, dass nicht nur ich das habe, sondern dass das alle oder zumindest viele Eltern durchmachen.“



Energiegeber, nicht Energiefresser
Was will er seinen Kindern mitgeben?
„Neugier. Sachen hinterfragen. Und dass sie sehen, dass es gut ist, wenn man freundlich ist.“
Er will, dass sie Energiegeber werden, keine Energiefresser.
Dafür schmust er bewusst vor den Kindern mit seiner Frau. „Sie glauben, das ist der Normalzustand. Und irgendwann merken sie, dass das nicht überall so ist.“
Und wenn er Fehler macht? Dann entschuldigt er sich. „Die Emilia reagiert herzallerliebst. Sie sagt dann: „Ist schon okay, Papa. Sei nicht traurig.“
„Ich habe den biologischen Code geknackt und mache genau das, wozu ich im Grunde genommen da bin.“
Letzte Worte?
Auf die Frage, was seine Kinder einmal über ihn sagen sollen, antwortet Thomas ohne zu zögern: „Dass sie, wenn sie an mich denken, an Liebe denken. Alles andere ist mir scheißegal.“
Am Abend, wenn Emilia schlafen geht, sagt sie manchmal: Ich will nicht allein sein. Thomas‘ Antwort ist immer dieselbe: „Emilia, du bist nie allein.“
„Emilia, du bist nie allein!“