Bernhard Vosicky

35,

Moderator,

♀︎4

Portraits & Gespräch: Februar 2019

Festbeleuchtung

„Mein Vater hat ständig das Licht abgedreht und über die Festbeleuchtung geschimpft“, erzählt Bernhard Vosicky, Radiomoderator bei Radio Wien. „Das hat mich wahnsinnig genervt. Und jetzt? Jetzt komme ich nach Hause, alles brennt, und ich höre mich selbst sagen: Warum ist da Festbeleuchtung im Haus?“

Er lacht. „Du sagst dir dein Leben lang, das kopiere ich nie. Und dann machst du es trotzdem.“

„Du sagst dir dein Leben lang, das kopiere ich nie. Und dann hörst du dich selbst sagen: Warum ist da Festbeleuchtung im Haus?“

Seine Tochter ist vier. Geboren am 8. Jänner – dem Gründungsdatum von Rapid Wien. „Das war quasi eine Zielzeugung“, sagt er. Rapid-Fan durch und durch.

Das Gegenteil vom Vater

Aber nicht alles kopiert er. Sein Vater war jähzornig, ungeduldig. „Da merke ich schon, dass ich das Gegenteil bin“, sagt Bernhard. „Es dauert lange, bis mich meine Tochter auf die Palme bringt. Sie schafft es – sie ist hartnäckig. Aber ich bin deutlich geduldiger.“

Was ihn am meisten überrascht hat an der Vaterschaft? „Du kannst dem Kind sagen, was du willst – es kopiert dich trotzdem permanent. Das ist das Heftige.“

„Du kannst dem Kind sagen, was du willst – es kopiert dich trotzdem permanent. Das ist das Heftige.“

Papa, wir haben es nicht eilig

Die Momente, die ihn am meisten treffen, sind die kleinen. Wenn er sie antreibt, schneller aus dem Auto zu steigen – und dann merkt, dass sie mit der Jacke im Gurt festhing. „Da muss man sich entschuldigen“, sagt er. Und manchmal sagt sie einfach: „Papa, wir haben es nicht eilig.“ Und er denkt: Sie hat recht.

„Papa, wir haben es nicht eilig. – Und oft hat sie recht.“

„Es ist so schön, wenn man in ihre Welt eintauchen darf“, sagt Bernhard. „Eine Welt, in der Zeit keine Rolle spielt. Sie wissen nicht, ob heute Montag oder Sonntag ist. Und demnach: kein Stress. Und oft denkst du nach – du hast eigentlich auch keinen. Und machst trotzdem einen.“

Das Schönste, Beste, Tollste

Jeden Abend, wenn sie einschläft, sagt er ihr dasselbe: „Dass sie für mich das Schönste, Beste, Tollste und Superste überhaupt ist. Und dass sie für mich das schönste Mädchen überhaupt ist. Und wer was anderes sagt, der ist blöd.“

Ein Ritual. Damit sie ein Selbstbewusstsein bekommt. „Und für mich ist sie das. Definitiv.“

„Sie haben kein Zeitgefühl. Weil woher auch – sie haben keine Zeit.“

Wenn der Maxi kommt

Im Kindergarten gibt es einen Buben namens Maxi. Halb so groß wie sie, aber: „Sie sagt, sie ist verliebt in ihn.“ Noch ist das süß. Noch.

Bernhard weiß, was kommt. Seine Nichte ist gerade 15, da geht es los. „Ich kann mir nicht vorstellen, wie das ist, wenn sie mir den ersten Freund nicht vorstellt, sondern es geheim hält. Das wird mir unendlich auf die Nerven gehen.“

Aber er will nicht der Vater sein, der mit der Waffe in der Tür steht. „Ich vertraue einfach, dass sie einen guten Geschmack hat.“

„Ich kann mir nicht vorstellen, wie das ist, wenn sie mir den ersten Freund nicht vorstellt, sondern es geheim hält. Das wird mir unendlich auf die Nerven gehen.“

Es geht weiter ...

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Wer macht das und warum?

Ich bin Christian Anderl. Fotograf und Vater von zwei Jungs (aktuell 12 und 5 Jahre alt).

Dieses Projekt begann, als mein ältester Sohn auf der Intensivstation lag und ich merkte: Väter sind nicht so geübt wie Mütter, wenn es darum geht sich über ihr Elterndasein auszutauschen.

Deshalb fotografiere ich Väter und spreche währenddessen mit ihnen über das, was sie bewegt. 

Die Mission: 100 Portraits für ein Buch – sortiert nach dem Alter der Kinder. Ein perfektes Geschenk für werdende Väter. Und alle, die gern über das Thema Vaterschaft reflektieren.

Keine Ratschläge. Nur Optionen und Emotionen.

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