„Ich liebe dich. Und wenn du keinen Bock hast, dass ich da bin – dann werde ich trotzdem da sein.“
Sieben Mal kämpfen
Markus Ornig und seine Frau wollten Kinder. Viele Kinder. „Wir haben uns schnell verliebt, relativ schnell verlobt, ein Jahr später geheiratet. Zack, zack, zack. Und dann sollte der nächste Schritt kommen.“
Der kam nicht. Sieben Fehlgeburten. Jahre des Kämpfens. Ärztliche Anleitung statt Romantik. „Du hast einen Kinderwunsch, du hast geplant und dann merkst du: Das kann man nicht planen.“
Sie hatten schon über Adoption gesprochen. „Und dann war die Lotti einfach da.“ Seine Frau hat eine Sternschnuppe gesehen und sich etwas gewünscht. „Deswegen sagen wir oft Schnuppi zu ihr.“
„Elternsein ist die natürlichste Form der Liebe. Völlig kompromisslos.“



Passagier sein
„Ich glaube, das ist mir im ganzen Leben so“, sagt Markus über das Vater-Sein. „Man kann natürlich viel selber beeinflussen. Aber gerade bei Erziehung bin ich oft einfach Passagier.“
Seine Tochter hat mit nicht mal zwei Jahren selbstständig aufs Töpfchen gemacht. „Wir haben es nicht gecheckt. Wir haben den Moment verpasst.“ Sie dachten, sie tut nur so. „Ich gehe ins Badezimmer und sage: Wieso ist denn da was drin?“
Die Kindergärtnerin hat gesagt: „Essen ist sowas wie ein Talent von ihr.“ Sie isst seelenruhig, Biss für Biss. „Und snackt eigentlich 24/7.“
„Du versteckst dich hinter den Kindern. Und vergisst die wichtigste Frage: Wie geht es dir?“
Die Angst, die bleibt
Markus hat einen behinderten Neffen. Toxoplasmose bei der Geburt. Wasserkopf, Epilepsie, auf einem Auge blind. „Ich werde dieses Bild nie vergessen, wie man dem winzigen Kind die Vollnarkose verpasst hat.“
Das hat ihn geprägt. „Angst ist eine der schlimmsten Emotionen. In der Erziehung ständig ängstlich zu sein, tut niemandem gut.“
Aber die Angst ist trotzdem da. „Wie ein Kind auf die Welt kommt, ist ganz viel Liebe da. Aber man hat auch ganz viel Angst. Ich habe nie über Geld nachgedacht – wie die Kleine da war, habe ich plötzlich über Geld nachgedacht.“
„Angst ist eine der schlimmsten Emotionen. In der Erziehung ständig ängstlich zu sein, tut niemandem gut.“



Der eine Ratschlag
Was würde er seinem früheren Ich sagen? „Mehr auf meine Beziehung schauen.“
„Du versteckst dich dann oft hinter den Kindern. Und in der Beziehung redest du irgendwann nur noch über die Kinder. Und vergisst die wichtigste Frage: Wie geht es dir?“
Jeder glaube vorher, uns passiert das nicht. „Und du machst es genauso.“
Ich bin immer da
Was er seiner Tochter sagen würde, wenn sie es schon verstehen könnte?
„Ich liebe dich. Und ich bin immer da. Und wenn du keinen Bock hast, dass ich da bin – dann werde ich trotzdem da sein.“